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	<description>Café Europe Textagentur GmbH</description>
	<pubDate>Thu, 17 May 2012 15:12:17 +0000</pubDate>
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		<title>USA: Die Wette geht häufig daneben</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 15:12:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Internetunternehmen haben nach ihrem Börsengang massiv an Wert verloren - Investoren setzen auf weiteres Wachstum bei Facebook 
Am Freitag will Mark Zuckerberg 18 Milliarden Dollar abholen, wenn Facebook an die Börse geht. Doch die Anleger könnten sich dabei die Finger verbrennen. Andere Börsengänge von Internetunternehmen sind eine Enttäuschung. Google und LinkedIn sind da wohltuende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Viele Internetunternehmen haben nach ihrem Börsengang massiv an Wert verloren - Investoren setzen auf weiteres Wachstum bei Facebook </strong></p>
<p>Am Freitag will Mark Zuckerberg 18 Milliarden Dollar abholen, wenn Facebook an die Börse geht. Doch die Anleger könnten sich dabei die Finger verbrennen. Andere Börsengänge von Internetunternehmen sind eine Enttäuschung. Google und LinkedIn sind da wohltuende Ausnahmen.<span id="more-9850"></span></p>
<p>Von John Dyer, Boston</p>
<p>Facebook strebt am Freitag einen Rekord an: Noch nie ist ein Unternehmen in der US-Geschichte bei seinem Börsengang so hoch bewertet worden. Rund 104 Milliarden Dollar (78 Milliarden Euro/94 Milliarden Franken) soll das Unternehmen wert sein. Damit wird auch die bisherige Erfolgsgeschichte Googles in Frage gestellt, dem 2004 der bisher grösste Börsengang eines Internetunternehmens gelang - in dem Jahr, in dem Facebook gegründet wurde. Google nahm damals 9 Milliarden Dollar ein. Facebook will nun 16 Milliarden.</p>
<p>Google hat 619 Prozent an Wert gewonnen</p>
<p>Google-Aktionäre dürften sich kaum darüber ärgern: Sie haben mit der Suchmaschine bisher ein Schnäppchen gemacht. Denn der Wert der Aktie hat seit 2004 um 619 Prozent zugenommen. Ob Facebook diese Geschichte wiederholen kann, ist ungewiss. Wie die Suchmaschine kann sich auch das soziale Netzwerk auf eine grosse Kundenbasis stützen: Facebook hat 900 Millionen Nutzer. Doch Google hat mit seiner in die Suchmaschine integrierten Werbung eine einzigartige Einnahmequelle. Darüber hinaus hat das Unternehmen eine ganze Reihe anderer Produkte entwickelt, von denen ein guter Teil erfolgreich ist, von Google-Maps zu den Android-Telefonen. Für den Portfoliomanager Matt Griffin vom Dreyfus Technology Growth Fonds ist Google erfolgreich, weil es flexibel ist. Das Unternehmen habe das Kapital, das es beim Börsengang aufgenommen hat, gut für die Diversifizierung genutzt.</p>
<p>Yahoo hat enttäuscht</p>
<p>Das gilt nicht für alle Internetunternehmen. Viele Unternehmen sind als Marktführer gestartet und haben dann Mühe gehabt, mit der Marktentwicklung Schritt zu halten. „Unternehmen, die ihren Markt dominieren, konzentrieren sich meist auf ein Thema&#8221;, sagt Griffin. „Es ist schwierig für sich, dem Markt zu folgen.&#8221;<br />
Das gilt etwa für Yahoo, Googles Vorgänger als dominierende Suchmaschine. Investoren hatten den Börsengang 1999 gespannt erwartet. Doch der heutige Kurs von 15 Dollar ist weit entfernt von den 108 Dollar vor 13 Jahren. Dabei hat Yahoo viele Nutzer und ist profitabel. Doch Investoren glauben nicht mehr an Wachstum jenseits von Werbeeinnahmen.<br />
Ähnliche Bedenken gibt es bei Facebook. Gründer und Chef Mark Zuckerberg hat auch deshalb im April Instagram gekauft. Die Fotosoftwarefirma hat 13 Mitarbeiter, aber 30 Millionen Nutzer. Das war Zuckerberg 1 Milliarde Dollar wert.</p>
<p>Nach dem Börsengang der Fall</p>
<p>Auch kleinere Internetfirmen haben enttäuscht. So holte sich der Spieleanbieter Zynga im Dezember 2011 beim Börsengang 1 Milliarde Dollar. Viele Anleger hatten gehofft, dass Zynga parallel zu Facebook an Wert gewinnt - immerhin laufen die Zynga-Spiele im sozialen Netzwerk. Doch bisher ist das nicht der Fall. Seither hat die Aktie um 14 Prozent nachgegeben. Der Online-Spielemarkt explodiert zwar, aber Zynga ist nicht länger ein attraktiver Neuling.<br />
Groupon ist in einer ähnlichen Situation. Der Schnäppchenhändler war im November 2011 der bisher drittgrösste Börsengang eines Internetunternehmens. Er holte sich 700 Millionen Dollar. Er hat auch bisher nichts an Beliebtheit zumindest bei seinen Kunden eingebüsst. Aber inzwischen sind zahlreiche Nachahmer auf dem Markt. Die Investoren sehen nicht, wo bei Groupon noch Wachstum herkommen kann. Die Aktie hat bisher 39 Prozent verloren.<br />
Noch krasser ist der Fall bei Orbitz. Das Unternehmen holte sich 2007 beim bisher viertgrössten Börsengang eines Internetunternehmens 510 Millionen Dollar. Seither hat es 85 Prozent an Wert verloren. Dabei macht das Online-Reisebüro satte Gewinne. Aber Wachstum sehen die Investoren kaum noch - und legen ihr Geld anderswo an.</p>
<p>Bescheidener LinkedIn ist ein Erfolg</p>
<p>Doch es gibt auch andere Internet-Börsengänge als Google, die den Investoren Freude machen. So hat das soziale Netzwerk LinkedIn, das sich vor allem an karrierebewusste Geschäftsleute richtet, seinen Aktienpreis seit dem Börsengang im Mai 2011 verdoppelt. Allerdings war der kleine Bruder von Facebook damals bescheiden gewesen: LinkedIn sammelte gerade mal 353 Millionen Dollar an der Börse ein. Dabei ist es im Alltag manchmal brauchbarer als Facebook: Für Stellenbewerbungen ist ein Eintrag bei LinkedIn besser als einer bei Facebook.<br />
Beide Netzwerke haben eine Ähnlichkeit: Sie führen in ihrem Markt. Um LinkedIn kommen viele Berufsleute kaum noch herum, und Facebook ist in vielen sozialen Gruppen zur Kommunikationsplattform geworden. Daher reitet Facebook jetzt auf einer Welle des Erfolgs - und reisst die Investoren mit. „Die Leute lassen sich durch den guten Geruch verführen, der aus der Küche kommt&#8221;, sagt John Fitzgibbons von IPO Scoop.com. „Aber sie schauen nicht auf das Steak.&#8221; Allerdings sei das  kein Problem. „Das ist eine begeisternde neue Firma mit einem unglaublichen Wachstum.&#8221;<br />
Ob das die Investoren, die heute kaufen, morgen noch immer so sehen, wird sich zeigen.</p>
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		<title>FRANKREICH: Jünger und weiblicher</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 12:58:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Frankreichs Präsident Hollande holt alle Flügel der Linken in seine Regierungt
Viele Frauen, viel Jugend, zwei Grüne und alle Parteiströmungen repräsentiert: Frankreichs Regierungsmannschaft soll exemplarisch wirken. Ebenso wie die erste Maßnahme: Eine Gehaltskürzung von 30 Prozent für alle.
Von Birgit Holzer, Paris
Frankreichs neue Regierungsmannschaft ist weiblicher, grüner und mit mehr Kabinetts-Neulingen besetzt als jede vorherige. Mit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frankreichs Präsident Hollande holt alle Flügel der Linken in seine Regierungt</strong></p>
<p>Viele Frauen, viel Jugend, zwei Grüne und alle Parteiströmungen repräsentiert: Frankreichs Regierungsmannschaft soll exemplarisch wirken. Ebenso wie die erste Maßnahme: Eine Gehaltskürzung von 30 Prozent für alle.<span id="more-9849"></span></p>
<p>Von Birgit Holzer, Paris</p>
<p>Frankreichs neue Regierungsmannschaft ist weiblicher, grüner und mit mehr Kabinetts-Neulingen besetzt als jede vorherige. Mit der Verkündung der Ministernamen am Mittwochabend löste Präsident François Hollande eines seiner Wahlkampf-Versprechen ein: die strikt paritätische Zusammensetzung, wenn auch die einflussreicheren Posten überwiegend an Männer gehen.</p>
<p>Fabius wird Außenminister</p>
<p>So übernimmt der ehemalige Premierminister Laurent Fabius, ein renommierter Partei-Veteran, aber wahrlich kein Hollande-Freund, das Außenressort, Pierre Moscovici, früher ein Vertrauter des Ex-IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn, wird Wirtschafts- und Finanzminister und der Parteirechte Manuel Valls Innenminister. Polizei-Gewerkschaften nahmen die Neuigkeit positiv auf. Der linke Flügel wird bedient mit einem neugeschaffenen Ministerium für Produktivitätssteigerung für den Globalisierungskritiker Arnaud Montebourg und dem Justiz-Ressort für Christiane Taubira, Abgeordnete aus Französisch-Guyana. Der neue Bildungsminister Vincent Peillon machte sogleich mit der Ankündigung von sich reden, zum Herbst in der Grundschule die fünf-Tage-Woche einführen zu wollen - das Ende des schulfreien Mittwoch für viele französische Schüler.</p>
<p>Zwei grüne Minister</p>
<p>Die Ökopartei „Europa Ökologie - Die Grünen&#8221;, die im Wahlkampf einen Pakt mit den Sozialisten geschlossen, mit ihrer Kandidatin Eva Joly allerdings nur enttäuschende 2,3 Prozent erzielt hatte, erhält gleich zwei Posten: Die 37-jährige Generalsekretärin Cécile Duflot wird für Territorium und Wohnungsbau zuständig sein, ihr gleichaltriger Kollege Pascal Canfin für Entwicklungszusammenarbeit.<br />
Sorgsam hatte Hollande abgewogen zwischen vertrauten Weggefährten und Vertretern unterschiedlicher Parteiströmungen, verdienten Schwergewichten und neuen Gesichtern als Symbol für den Generationenwandel - sieben der 34 Minister sind jünger als 40 Jahre.<br />
So macht Hollande die 34-jährige Najat Vallaud-Belkacem, die sich im Wahlkampf mit ihrer frischen Art als Sprecherin hervorgetan hat, zur Frauen-Ministerin und Regierungssprecherin und beauftragt die 38-jährige Aurélie Fillippetti mit Kultur und Kommunikation.<br />
Nur fünf der neuen Minister haben Regierungserfahrung, was laut Premierminister Jean-Marc Ayrault kein Nachteil sein muss: „Die Regierung wird komplett erneuert - das ist der Wechsel, den die Franzosen wollten.&#8221; Alle Regierungsmitglieder hätten bereits verantwortungsvolle Stellen bekleidet - wie er selbst als langjähriger Bürgermeister von Nantes und Fraktionschef der Sozialisten in der Nationalversammlung. Ministererfahrung fehlt auch Ayrault und Präsident Hollande selbst.</p>
<p>Aubry will nicht</p>
<p>Dass dessen Ex-Partnerin, die 2007 gescheiterte Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal, keinen Kabinettsposten erhält, überrascht nicht - wohl aber der Verzicht von Parteichefin Martine Aubry. Sie lehnte einen simplen Ministerposten ab, nachdem sie das von ihr erhoffte Amt des Regierungschefs nicht erhielt. Ihre Beziehung zu Hollande ist konfliktreich, außerdem gilt Aubry als „Dame der 35 Stunden&#8221;, die 2000 als Arbeitsministerin die umstrittene Arbeitszeit-Verkürzung durchgesetzt hat, als Parteilinke, die rechts-konservative Wähler wohl stärker für die Parlamentswahlen im Juni mobilisieren würden. Die Sozialisten hoffen dort auf eine Mehrheit, um ein Regieren mit den Konservativen in einer Kohabitation zu vermeiden - und eine baldige neue Regierungsumbildung.<br />
Symbolträchtig war auch die erste Maßnahmen, die Ayrault gestern auf den Weg brachte: Eine Gehalt-Senkung des gesamten Kabinetts um 30 Prozent. Es will in jeder Hinsicht mit gutem Beispiel vorangehen.</p>
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		<title>GRIECHENLAND: Für Euro ohne Sparpolitik</title>
		<link>http://www.cafe-europe.info/alle_texte/griechenland-fur-euro-ohne-sparpolitik/29848</link>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 12:53:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[alle_texte]]></category>

		<category><![CDATA[politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerichtspräsident führt geschäftsführende Regierung bis zu den Wahlen - Linksallianz bei Umfragen weiter vorn
Griechenland hat den dritten Regierungschef innerhalb eines halben Jahres Gerichtspräsident Pikrammenos soll das Land bis zu den Neuwahlen am 17. Juni führen. Nun beginnt wieder der Wahlkampf. Die Linksallianz wirbt damit, dass Griechenland auch ohne harte Sparpolitik den Euro behalten dürfe.
Von Anke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerichtspräsident führt geschäftsführende Regierung bis zu den Wahlen - Linksallianz bei Umfragen weiter vorn</p>
<p>Griechenland hat den dritten Regierungschef innerhalb eines halben Jahres Gerichtspräsident Pikrammenos soll das Land bis zu den Neuwahlen am 17. Juni führen. Nun beginnt wieder der Wahlkampf. Die Linksallianz wirbt damit, dass Griechenland auch ohne harte Sparpolitik den Euro behalten dürfe.<span id="more-9848"></span></p>
<p>Von Anke Stefan, Athen</p>
<p>Panagiotis Pikrammenos ist der neue, geschäftsführende Ministerpräsident Griechenlands, auf den sich die Parlamentaparteien am Donnerstag einigten. Sein Name passt: Pikrammenos heißt zu deutsch „der Verbitterte&#8221;.</p>
<p>Neues Parlament löst sich am Freitag auf</p>
<p>Der dienstälteste Präsident eines der obersten Gerichtshöfe Griechenlands nahm seine Ernennung überrascht und mit Humor entgegen. Nie sei sein Name einer Situation so angemessen gewesen, sagte der 1945 geborene Präsident des Obersten Verwaltungsgerichtshofs in Athen anlässlich des ihm übertragenen Amtes zum griechischen Staatspräsidenten. „Wir wären entzückt, wenn Sie uns den Kaffee mit viel Zucker servieren würden&#8221;, scherzte Karolos Papoulias zurück.<br />
Die neue geschäftsführende Regierung hat nur eine Aufgabe, das Land in Neuwahlen am 17. Juni zu führen. Zur Einleitung dieser Prozedur trat am Donnerstag auch das aus den Wahlen am 6. Mai hervorgegangene Parlament zusammen. Es wird die kürzeste Amtsperiode in der griechischen Geschichte haben. Denn der am Donnerstag vorgenommenen Vereidigung folgt  lediglich eine weitere Sitzung am heutigen Freitag, in der der Beschluss zu Neuwahlen und die damit verbundene sofortige Auflösung des Parlamentes verkündet werden.</p>
<p>Wahlkampf mit dem Euro</p>
<p>Theoretisch steht den Abgeordneten dennoch ihr Salär für die seit den Wahlen vergangenen Tage bis zur Parlamentsauflösung zu. Alle Parteien hatten jedoch bereits am Mittwoch einstimmig beschlossen auf den etwa 2500 Euro (3000 Franken) pro Abgeordneten ausmachenden Betrag zugunsten der griechischen Staatskasse zu verzichten.<br />
Diese 750.000 Euro sind sicherlich kein Betrag, mit dem sich das Haushaltsdefizit Griechenlands positiv beeinflussen lassen wird. Größer dürfte die Symbolwirkung für die natürlich bereits wieder im Wahlkampf stehenden Parteien sein. Dort wirbt der amtierende Titelverteidiger mit dem Slogan „Euro oder Drachme&#8221; um Stimmen für die Nea Dimokratia.</p>
<p>Das große Geld ist im Ausland</p>
<p>Antonis Samaras setzt damit auf eine bereits in den Tagen der letztendlich gescheiterten Versuche für eine Regierungsbildung von griechischen Bankerkreisen lancierte Furcht vor einem Zusammenbruch des griechischen Bankensystems auf. Danach hätten die Bürger aus Angst vor einer Rückkehr zur Drachme in den letzten Tagen fast 900 Millionen Euro von ihren inländischen Konten abgehoben.<br />
Es wäre nicht das erste Mal seit Krisenausbruch in Griechenland, dass massiv Geld von den Konten in die guten alten Sparstrümpfe umgezogen wäre. Sparer reagieren wie Börsen auf jedes Gerücht, in der Vergangenheit wurden die Ersparnisse allerdings wenig später meist wieder auf die Bank getragen. Die Reichen Griechenlands haben ihr Geld ohnehin vorwiegend im Ausland. Allerdings nicht aus Furcht vor der Drachme, sondern vor der Steuerbehörde.</p>
<p>Tsipras greift Merkel an</p>
<p>Die von in- wie ausländischen Medien, Politikern und Finanzleuten vorgenommene Gleichsetzung eines Siegs der Linksallianz SYRIZA mit der Rückkehr zur Drachme wird vom griechischen Wähler ohnehin nicht geteilt. Die überwältigende Mehrheit der Griechen spricht sich für einen Verbleib des Landes in der Gemeinschaftswährung aus. Doch auch in den jüngsten Prognosen liegt die Linksallianz mit über 20 Prozent an erster Stelle und etwa 3 Prozent vor der Nea Dimokratia. Und über ihren insbesondere in den deutschen Medien als „linksradikal&#8221; fehlbezeichneten Spitzenkandidat haben 47 Prozent der Befragten eine positive Meinung. Über den „Euro oder Drachme&#8221;-Samaras dagegen nur 29 Prozent.<br />
Tsipras reicht den Schwarzen Peter an die deutsche Kanzlerin weiter. „Wir wollen nicht, dass Griechenland aus der Eurozone fällt&#8221;, bekräftigte Alexis Tsipras er ein weiteres Mal in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit CNN. Er denke aber, dass Angela Merkel den Euro in große Gefahr bringe, wenn sie auf den Sparmaßnahmen bestehe, sagte der SYRIZA-Fraktionsvorsitzende weiter. „Alle erkennen mittlerweile an, das wir mit dieser Politik in die Hölle geführt werden.&#8221;</p>
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		<item>
		<title>RUSSLAND: Oppositionelles Zeltlager zieht durch Moskau</title>
		<link>http://www.cafe-europe.info/alle_texte/russland-oppositionelles-zeltlager-zieht-durch-moskau/29847</link>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 12:39:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[alle_texte]]></category>

		<category><![CDATA[politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Russische Sonderpolizei OMON greift gegen Zeltlager der Opposition durch - Putins Beliebtheit verblasst
Die russische Sonderpolizei OMON hat in Moskau ein Katz- und Mausspiel mit Oppositionellen gespielt. Bei der Auflösung eines Zeltlagers in der Innenstadt kam es zu Gewalt. Russlands Kommunisten sagen Präsident Putin einen heißen Herbst voraus.
Von Axel Eichholz, Moskau
In Moskau dauern Zusammenstöße zwischen Teilnehmern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Russische Sonderpolizei OMON greift gegen Zeltlager der Opposition durch - Putins Beliebtheit verblasst</strong></p>
<p>Die russische Sonderpolizei OMON hat in Moskau ein Katz- und Mausspiel mit Oppositionellen gespielt. Bei der Auflösung eines Zeltlagers in der Innenstadt kam es zu Gewalt. Russlands Kommunisten sagen Präsident Putin einen heißen Herbst voraus.<span id="more-9847"></span></p>
<p>Von Axel Eichholz, Moskau</p>
<p>In Moskau dauern Zusammenstöße zwischen Teilnehmern der unbefristeten oppositionellen Straßenaktion und Polizei an. Am Montagabend war das Zeltlager am Boulevardring nach einem entsprechenden Gerichtsbeschluss mehr oder weniger friedlich aufgelöst worden. Als die Polizei kam, packten vorwiegend junge Leute ihre Sachen zusammen und zogen weiter durch Moskau, um nach einem besser dafür geeigneten Platz Ausschau zu halten. Mehrere Varianten, darunter die als Moskaus Wahrzeichen geltende Fußgängerzone Arbat wurden diskutiert. Schließlich gingen sie am Kudrinskaja Platz vor einem stalinistischen Zuckerbäckerbau vor Anker.</p>
<p>Gewaltsame Auflösung am neuen Ort</p>
<p>In der Nacht wurden die Schlafenden von der Sonderpolizei OMON geweckt. Nach Angaben der Betroffenen wurden 15 bis 30 Menschen festgenommen. Anders als am Boulevard machten die Polizisten diesmal nicht viel Federlesens. Sie packten die Zeltbewohner an Händen, Füßen und Haaren und schleppten sie zu einem bereit stehenden Arrestantenbus. Die Angegriffenen setzten sich zur Wehr. Sie brachen einen Seitenspiegel vom Polizeifahrzeug ab und durchstachen die Reifen. Ein Polizist habe einen wuchtigen Schlag auf den Kopf bekommen, heißt es. Einem der Oppositionsführer, Ilja Jaschin, hängt nun ein Verfahren wegen Widerstandsleistung gegen die Staatsgewalt an.</p>
<p>Feldküche und Spendenkasse beschlagnahmt</p>
<p>Festgenommen wurden als erste diejenigen, die sich mit der Essensverteilung an die Zeltbewohner befassten. Zur Begründung hieß es, eine Verordnung der Moskauer Behörden verbiete massenhafte Verköstigung ohne Lizenz. Die Oppositionellen hätten keine Lizenz und verstießen somit gegen das Gesetz. Lebensmittel, Feldküche und Trinkwasser wurden beschlagnahmt. Bei dieser Gelegenheit nahmen die Polizisten auch einen als Spendenkasse dienenden Karton mit 250.000 Rubel (6.250 Euro) mit. Die Beschlagnahmung wurde nicht protokolliert, und die Polizisten sagen jetzt, von Geld sei keine Rede gewesen. Die Anwälte der Protestierenden wollen sie nun wegen Raubes verklagen. Die Polizisten wollen ihrerseits wegen Handgreiflichkeiten gegen ihren am Kopf verletzten Kollegen klagen.</p>
<p>Polizeioberst statt Frühstück</p>
<p>Mehrere Dutzend Oppositionelle blieben trotz dieses Angriffs auf Steinquadern um den Springbrunnen schlafen. Im Morgengrauen wurden sie von einem Polizeioberst geweckt. Sie sollen aufhören, Stadtstreichern den Rang abzulaufen. Geschlafen werde zu Hause. Aufwachende Oppositionelle, die keine Küche mehr hatten, frühstückten mit Wurst- und Käsebroten. Andere sangen zur Gitarre, unter anderem den von Wladimir Wyssozki nachgedichteten Brecht-Song „Die Macht geht vom Volke aus, aber wo geht sie hin? Ein Polizeitrupp geht um die Ecke. Wo geht er wohl hin?&#8221; Dann wurde der Springbrunnen eingeschaltet, was allgemeinen Jubel verursachte. Im Internet meldeten sich zahlreiche Sympathisanten, die kommen und die Zeltenden unterstützen wollten.</p>
<p>Putins Stern sinkt</p>
<p>Vor diesem Hintergrund sagte der Kommunistenchef Gennadi Sjuganow, im Herbst werde eine Protestwelle Russland überrollen. Die Kommunisten seien gegen Massenunruhen, versicherte er. Erstaunlicherweise war diesmal die notorische Antikommunistin, Vorsitzende der Demokratischen Union Waleria Nowodworskaja, mit ihm einverstanden. Putins Macht sei nicht zu retten, schreibt sie in einem Artikel. Sie befürchtet aber, dass nach seinem Weggang die Linken das Ruder ergreifen könnten. Die Macht werde nach links umkippen. Der Direktor des renommierten Lewada-Zentrums, Meinungsforscher Lew Gudkow, sagte in einem Interview der Tageszeitung „Kommersant&#8221;, Putins attraktives Erscheinungsbild löse sich schnell auf. Die Beliebtheit Putins sei auf den Stand von 2000 gesunken, als er noch unbekannt war, oder lägen sogar darunter, so der Experte.</p>
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		<item>
		<title>GRIECHENLAND: Die Wähler sind wieder am Zug</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 15:59:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[alle_texte]]></category>

		<category><![CDATA[politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach Scheitern auch des gestrigen Versuchs einer Regierungsbildung sind Neuwahlen unvermeidlich
Der Versuch einer Regierungsbildung in Griechenland ist gescheitert. Gestern hatten fast alle Parteien die Möglichkeit einer Technokratenregierung erörtert, konnten sich aber nicht einigen. Für die nun anstehenden Neuwahlen gilt das Linksbündnis SYRIZA als Favorit.
Von Anke Stefan, Athen
Die nächste Runde liegt wieder beim Wähler: Ohne Erfolg [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach Scheitern auch des gestrigen Versuchs einer Regierungsbildung sind Neuwahlen unvermeidlich</strong></p>
<p>Der Versuch einer Regierungsbildung in Griechenland ist gescheitert. Gestern hatten fast alle Parteien die Möglichkeit einer Technokratenregierung erörtert, konnten sich aber nicht einigen. Für die nun anstehenden Neuwahlen gilt das Linksbündnis SYRIZA als Favorit.<span id="more-9846"></span></p>
<p>Von Anke Stefan, Athen</p>
<p>Die nächste Runde liegt wieder beim Wähler: Ohne Erfolg endete nach etwa zweieinhalb Stunden Verhandlung am Dienstagnachmittag auch der Versuch des griechischen Staatspräsidenten, eine parlamentarische Mehrheit für die Bildung einer Regierung aus „im Volk angesehenen Persönlichkeiten zu bilden&#8221;. „Die Parteien der Gläubigervereinbarungen fahren damit fort, das griechische Volk zu plagen und ziehen es vor, den Gläubigern zu dienen&#8221;, erklärte ein sichtlich gereizter Panos Kammenos den am Eingang des Präsidentenpalastes wartenden Journalisten. In der Runde der Parteichefs war der Vorschlag des Vorsitzenden der Unabhängigen Griechen zur Bildung einer Regierung des „nationalen Wohls&#8221; mit ihm selbst als Ministerpräsidenten durchgefallen.</p>
<p>Parteien machen einander Vorwürfe</p>
<p>Nun weisen die Parteien einander den Schwarzen Peter zu. „Das Land wird unter sehr schlechten Bedingungen leider wieder in Wahlen geführt, weil einige kaltblütig das eigene Parteiinteresse über das Wohl des Landes gestellt haben&#8221;, sagte Evangelos Venizelos unmittelbar nach Ende der Verhandlungen. Seine Partei habe zwar in den Wahlen am 6. Mai eine Niederlage erlitten, danach aber jeden möglichen Versuch unternommen, eine Koalitionsregierung zu bilden, fügte der Vorsitzende der sozialdemokratischen PASOK hinzu. Dies sei leider an der Weigerung der Linksallianz SYRIZA zur Teilnahme an einer solchen und dem Beharren der kleineren Demokratischen Linken an einer Beteiligung von SYRIZA gescheitert.<br />
Doch die Demokratischen Linken weisen den Vorwurf von Venizelos zurück. Er habe sein Möglichstes getan, um das Land vor einer Wiederauflage des Urnengangs zu bewahren, erklärte deren Vorsitzender Fotis Kouvelis. Er machte kleinmütige Parteiinteressen der anderen Parteien für das Scheitern der Regierungsbildung verantwortlich.<br />
Der Vorsitzende der Nea Dimokratia wiederum erklärte, alles, was in seiner Kraft gestanden habe, für eine Regierungsbildung geleistet zu haben. Man sei aber an einer „Wand aus Engstirnigkeit und Hochmut&#8221; gescheitert, sagte Antonis Samaras. Bei den nun anstehenden Wahlen kämpften die „links ausgerichteten Bestandteile des Nihilismus mit der europafreundlichen Front der schöpferischen Kräfte&#8221;.</p>
<p>Börsen stürzen ab</p>
<p>Die Vorsitzenden von Nea Dimokratia und PASOK hätten „ihren unterschriebenen Verpflichtungen treu bleibend&#8221; die Vorschläge von SYRIZA zur Umsetzung des Wählerwillens abgelehnt, sagte Alexis Tsipras am frühen Abend. „Im Grunde haben sie uns vor das Dilemma &#8216;Gläubigervereinbarung oder Neuwahlen&#8217; gestellt&#8221;, fügte der Fraktionsvorsitzende von SYRIZA hinzu. Von SYRIZA sei dabei nicht einfach nur Zustimmung verlangt worden, so Tsipras, „sondern man hat uns aufgefordert, unsere Unterschrift unter die Maßnahmen für Armut und Verelendung zu setzen&#8221;. Demgegenüber habe SYRIZA darauf bestanden, „die Erwartungen des Volkes nicht zu enttäuschen&#8221;. Von einer „zu erwartenden Entwicklung&#8221; sprach die Kommunistische Partei Griechenlands, KKE, deren Generalsekretärin der Einladung des Staatspräsidenten erst gar nicht gefolgt war. Für die KKE käme die Beteiligung an einer Technokratenregierung, „wie immer man sie auch nennen mag&#8221; nicht in Frage hatte Aleka Papariga bereits am Montagabend erklärt. An der Börse wurde die Entwicklung mit einem sofortigen Kurssturz quittiert.<br />
Andere Börsen folgten. So verloren sowohl der deutsche Leitindex Dax als auch der europäische E-Stoxx über einen Prozent. Der Euro sackte gegenüber dem Dollar auf 1,27 ab.</p>
<p>SYRIZA in Umfragen vorn</p>
<p>Am Donnerstag wird in Athen trotz unvermeidlicher Neuwahlen erst einmal das aus den Wahlen am 6. Mai hervorgegangene Parlament zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten. In einer auf die für Donnerstag vorgesehene Vereidung der Abgeordneten folgenden Sitzung am Freitag müssten dann die erneute Auflösung des Parlamentes und der Termin für Neuwahlen bekannt gegeben werden. Der aktuellsten Umfrage zufolge würde die Linksallianz SYRIZA dabei stärkste Partei mit 20,5 Prozent der Stimmen, gefolgt von der Nea Dimokratia mit 19,4 Prozent. Die PASOK fiele auf 11,8, die Unabhängigen Griechen auf 7,8 während die Demokratische Linke mit 6,2 Prozent ihr Ergebnis vom 6. Mai in etwa halten würde. Die Kommunistische Partei Griechenlands, KKE käme auf 4,8, die faschistische Chriysi Avgi auf 3,8 Prozent.</p>
<p>Ex-Ministerpräsident ist zuversichtlich</p>
<p>Eine Lanze für geduldige Diplomatie und den Verbleib Griechenlands in der EU brach am Dienstag der ehemalige Ministerpräsident der PASOK, Kostas Simitis. Auf einer Tagung zur europäischen Schuldenkrise im fernen China erklärte Simitis, die Vorstellung einer Rückkehr zur Drachme, sei „eine Idee, die nicht funktioniert&#8221;. Die Parteien in seinem Land versuchten mit einer „bestimmten Logik&#8221;, die Bedingungen mit der EU neu zu verhandeln, erklärte der ehemalige Ministerpräsident. Simitis zeigte sich zuversichtlich, dass die EU auch mit dieser vom griechischen Wähler am 6. Mai aufgestellten Forderung umgehen könne. „Heute sagt Europa noch &#8216;nein&#8217;, aber nach einiger Zeit wird es, wie es üblicherweise passiert, &#8216;in Ordnung&#8217; sagen.&#8221;</p>
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		<title>USA: Vom Wohnheim an die Wall Street</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 14:47:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Mark Zuckerberg musste auf seinem Weg einige Hürden umkurven - Vorwürfe der Kollegen als Schlüsselerlebnis
Am Freitag wird der Gründer von Facebook, Mark Zuckerberg, einer der reichsten Menschen der Welt sein. Dabei schien es schon so, als würde ihm seine Aufgabe über den Kopf wachsen. Doch eine gute Mannschaft und Ratschläge von Steve Jobs ließen ihn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mark Zuckerberg musste auf seinem Weg einige Hürden umkurven - Vorwürfe der Kollegen als Schlüsselerlebnis</strong></p>
<p>Am Freitag wird der Gründer von Facebook, Mark Zuckerberg, einer der reichsten Menschen der Welt sein. Dabei schien es schon so, als würde ihm seine Aufgabe über den Kopf wachsen. Doch eine gute Mannschaft und Ratschläge von Steve Jobs ließen ihn reifen.<span id="more-9845"></span></p>
<p>Von Sebastian Moll, New York</p>
<p>Mark Zuckerberg lässt keinen Zweifel daran, dass er sich für nichts und niemanden verbiegen lässt, auch nicht für Leute, die ein Vermögen in ihn und seine Firma investieren. In der vergangenen Woche hatte der Gründer von Facebook die Granden der Wall Street in das New Yorker Sheraton geladen, eine Generalprobe für den Börsengang seiner Firma an diesem Freitag stand auf der Tagesordnung. Die Finanzwelt trat, wie zu solchen Anlässen üblich, in Galagarderobe an. Zuckerberg hingegen schlumpfte mit seinem charakteristischen Kapuzenpullover in den Ballsaal, als wäre er noch immer ein Student, der in einem Wohnheim in Boston die ganze Nacht Programme schreibt.</p>
<p>Zuckerberg musste reifen</p>
<p>Für manch einen warf der Auftritt wieder einmal die Frage auf, ob der 28-jährige reif ist für die Rolle, die er ab Freitag übernehmen wird. Facebook wird aller Voraussicht nach mit einem Wert von über 100 Milliarden Dollar (77 Milliarden Euro/93 Milliarden Franken) gehandelt werden. Zuckerberg wird durch die Anteilseignerstruktur von Facebook weiterhin die alleinige letzte Entscheidungsgewalt über die Geschicke der Firma behalten. Zuckerberg ist der einsame Lenker eines der größten und erfolgreichsten Unternehmen unserer Zeit. Eine solche Aufgabe würde auch gestandenen Managern mit jahrzehntelanger Erfahrung den Schweiß auf die Stirn treiben. Für einen jugendlichen Studienabbrecher, der in seiner Freizeit noch immer am liebsten mit ein paar Kumpels Rollhockey spielt, erscheint die Aufgabe hingegen geradezu fantastisch. Ein wenig erinnert er an den jungen Franz Joseph, der mit 18 Jahren zum Kaiser ernannt wurde. Und doch traut ihm sein engerer Kreis zu, dass er der Sache gewachsen ist. „Mark hat in den vergangenen Jahren zwei Dinge getan&#8221;, sagte ein Mitarbeiter gegenüber dem New York Magazine. „Er hat eine globale Firma aufgebaut und er ist erwachsen geworden.&#8221; Beides ging dabei notgedrungen Hand in Hand.</p>
<p>Facebook fast verloren</p>
<p>Zuckerbergs Reifeprozess, darüber sind sich die Historiker einig, begann im Jahr 2005. Facebook war damals noch ein klassischer Internet-Startup, eine Klitsche mit ein paar Dutzend Angestellten, von denen keiner älter war als 30. Die Konkurrenz MySpace war damals noch fünf Mal so groß, doch Facebook hatte immerhin das Interesse der Investoren geweckt. Risikokapitalisten hatten Zuckerberg 12 Millionen Dollar gegeben und die Giganten der Branche klopften an der Tür: Viacom, Google, Yahoo, Mircosoft. Zuckerberg war damals mit der Situation hoffnungslos überfordert. Er sagte den Bietern um seine Firma nicht ja und nicht nein und tauchte stattdessen ab. Seine Angestellten wurden unruhig, sie hatten das Gefühl, der Kapitän habe das Schiff verlassen. Schließlich fanden sie ihn um drei Uhr morgens in einem 24-Stunden-Restaurant  und stellten ihn zur Rede. Das Erlebnis rüttelte Zuckerberg auf. Er begriff, dass es nicht mehr ausreichte, in seiner Kammer mit ein paar Gleichgesinnten an seinem Produkt herum zu basteln, sondern dass er Führungsqualitäten entwickeln musste. Ansonsten würde er Facebook verlieren.</p>
<p>Bei Steve Jobs um Rat gefragt</p>
<p>Zuckerberg entschloss sich, die Firma nicht zu verkaufen, sondern sie selbst in die Zukunft zu führen. Und er heuerte sich eine erlesene Mannschaft an Beratern an, um zu lernen, wie man ein Großunternehmen lenkt. Er suchte die Freundschaft von Steve Jobs, mit dem er lange Spaziergänge unternahm, er sprach mit Kollegen wie Marc Andreessen, dem Erfinder eines der ersten Browser. Er ging zum LinkedIn Gründer Reid Hoffman und besuchte die Washington Post, um sich erklären zu lassen, wie der Konzern funktioniert. Die Erfolgsgeschichte von Facebook seitdem ist wohl dokumentiert. Der Umsatz ist auf vier Milliarden Dollar gestiegen und hat 900 Millionen Benutzer auf der ganzen Welt. Das Geheimnis von Zuckerbergs unternehmerischen Erfolg hat er in einem Interview selbst einmal so beschrieben: „Man muss sich auf zwei Dinge konzentrieren: Eine klare Vision davon haben, was man will. Und ein hervorragendes Manschaft aufzubauen.&#8221;</p>
<p>Vize gilt als großer Trumpf</p>
<p>Was das Bilden einer Mannschaft angeht, hat Zuckerberg nach einhelliger Meinung der Branchenkenner einige hervorragende Entscheidungen getroffen. Insbesondere die Anstellung seiner Nummer zwei, Sharyl Sandberg, wird als Geniestreich gesehen. Sie ist in vielerlei Hinsicht das Gegenteil von Zuckerberg: Sie hat ihren Harvard MBA mit fliegenden Fahnen bestanden, hat Branchenerfahrung in leitender Funktion bei Google, ist sozial gewandt und eloquent.  Und Zuckerberg vertraut ihr zu 100 Prozent. Sandberg wird es zugeschrieben, Facebook durch die turbulenten Zeiten des rasenden Wachstums gesteuert und dabei auf Kurs gehalten zu haben. Die Vision von Facebook hat Zuckerberg gerade wieder in einem persönlichen Brief an die potenziellen Aktionäre formuliert: Es gehe nicht darum, Dienstleistungen bereit zu stellen, um Geld zu verdienen, sondern Geld zu verdienen, um bessere Dienstleistungen bereitstellen zu können. Das mag etwas blumig klingen für ein 100 Milliarden-Unternehmen. Ein wahrer Kern steckt jedoch dahinter. Zuckerberg möchte mit Facebook Erfolg haben und nicht mit irgendeinem beliebigen Produkt. Bislang ist ihm das eindrucksvoll gelungen.</p>
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		<title>ÖSTERREICH: Bei den Studiengebühren herrscht Wildwuchs</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 14:43:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Manche österreichische Unis lassen Studenten zahlen, andere nicht
Österreichs Hochschullandschaft entwickelt sich zu einem Gebühren-Dschungel: Manche Uni bitten Studenten zur Kasse, andere nicht. Nicht-EU-Bürger sind oft härter getroffen. Und das Ganze spielt sich in einem rechtsfreien Raum ab.
Von Manfred Maurer, Wien
Der Streit um die Wiedereinführung von Studiengebühren spaltet in Österreich nicht nur die große Koalition aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manche österreichische Unis lassen Studenten zahlen, andere nicht</strong></p>
<p>Österreichs Hochschullandschaft entwickelt sich zu einem Gebühren-Dschungel: Manche Uni bitten Studenten zur Kasse, andere nicht. Nicht-EU-Bürger sind oft härter getroffen. Und das Ganze spielt sich in einem rechtsfreien Raum ab.<span id="more-9844"></span></p>
<p>Von Manfred Maurer, Wien</p>
<p>Der Streit um die Wiedereinführung von Studiengebühren spaltet in Österreich nicht nur die große Koalition aus Sozial- und Christdemokraten. Die Kluft geht mitten durch die Hochschulen. Je nach politischer Einfärbung der jeweiligen Senate entscheiden sich Universitäten für die eine oder die andere Richtung. So hat an der Technische Universität Graz eine Mehrheit für den Antrag des Rektorates auf Wiedereinführung von Studiengebühren votiert. Ab dem kommenden Wintersemester zahlen Studenten, die aus einem Nicht-EU-Land kommen oder die Mindeststudiendauer um mehr als zwei Semester überschritten haben, 363,36 Euro pro Semester. Etwa 15 Prozent aller Studenten wird das betreffen. Dieselbe Entscheidung hat auch die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) getroffen, während sich die Technische Universität in der Bundeshauptstadt ebenso wie die Uni Klagenfurt, die Montanuni Leoben, die Musik-Hochschulen Wien und Graz, die Kunst-Uni Linz, die Universität für angewandte Kunst und die Medizin-Uni Innsbruck gegen Gebühren entschieden hat. Die Universität Salzburg, wo 3460 der 17.000 Studenten aus Deutschland kommen,  hat sich am Dienstag gegen Gebühren entschieden. Die Universität Innsbruck, die Medizin-Uni Wien und die Kunstuni Graz haben noch keine Entscheidung getroffen.</p>
<p>Rechtlich auf wackeligem Boden</p>
<p>Ob die jeweilige Entscheidung Bestand hat, steht in den Sternen. Am augenscheinlichsten wird diese Ungewissheit in der Vorgangsweise, für die sich die größte Hochschule Österreichs, die Universität Wien, entschieden hat. Dort werden zwar ab Herbst grundsätzlich wieder Studiengebühren fällig, wirklich zahlen müssen die Studenten vorerst aber nicht. Die Zahlung wird hier nämlich gestundet bis zum Vorliegen einer rechtskräftigen Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes (VfGH). Das Höchstgericht wird nämlich letztendlich den Schiedsrichter in einem politischen Match geben, das sich SPÖ und ÖVP seit Jahren liefern.<br />
Die Sozialdemokraten sind gegen Gebühren, die ÖVP dafür. Die Christdemokraten hatten das Gratis-Studium abgeschafft, als sie im Jahr 2000 an die Regierung gekommen waren. Im Jahr 2009 hatte die SPÖ im Parlament eine Allianz mit FPÖ und Grünen gebildet, um das Studium für einen Großteil der Studenten wieder kostenlos zu machen. Dieses Gesetz kippt der VfGH jedoch, weil die Regelungen, wer zahlen muss und wer nicht, nicht klar genug formuliert waren. Die Regierungsparteien zogen daraus völlig konträre Schlüsse: Der schwarze Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle sieht damit die Tür für autonome Entscheidungen der Universitäten über Gebühren offen, während der rote Bundeskanzler Werner Faymann die Beschlüsse der Unis vorab für rechtswidrig erklärte.</p>
<p>Hickhack auf Rücken der Studierenden</p>
<p>Wer richtig liegt, muss nun erst wieder der Verfassungsgerichtshof entscheiden. Denn jene Universitäten, die ab dem Wintersemester wieder Studenten zur Kasse bitten, werden sich mit Klagen konfrontiert sehen. Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) hat bereits eine Million Euro bereitgestellt, um Studenten Rechtshilfe geben zu können. „Wieder einmal müssen Gerichte bemüht werden, damit Bewegung in Österreichs Hochschulpolitik kommt - ein Ausdruck der Lähmung in unserer Bildungspolitik&#8221;, ärgert sich Rektor Christoph Badelt von der Wirtschaftsuniversität Wien. Badelt ist überzeugt, dass die finanziell ausgebluteten Hochschulen auf die Studiengebühren nicht verzichten können. Sein Ärger gilt die Politik, die ihn dazu zwinge, „Gebühren ohne Rechtssicherheit einzuheben&#8221;.<br />
Vielleicht wird aber auch der Wähler Klarheit schaffen bei den Nationalratswahlen im kommenden Jahr.</p>
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		<title>EUROZONE: Deutschland zieht Eurozone mit</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 13:32:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Überraschend gute deutsche Konjunktur bewahrt Euro-Zone vor Rezession - Auch Österreich mit guten Zahlen
Ein unerwartet kräftiges Wirtschaftswachstum in Deutschland hat die Eurozone im ersten Quartal 2012 vor einer Rezession bewahrt. Auch Österreich hält sich wieder wacker. Die Konjunktur soll nach einer Umfrage des ZEW allerdings bald schwächeln. Die Schuldenkrise gilt als Grund.
Von Ulrich Glauber, Frankfurt
Da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Überraschend gute deutsche Konjunktur bewahrt Euro-Zone vor Rezession - Auch Österreich mit guten Zahlen</strong></p>
<p>Ein unerwartet kräftiges Wirtschaftswachstum in Deutschland hat die Eurozone im ersten Quartal 2012 vor einer Rezession bewahrt. Auch Österreich hält sich wieder wacker. Die Konjunktur soll nach einer Umfrage des ZEW allerdings bald schwächeln. Die Schuldenkrise gilt als Grund.<span id="more-9843"></span></p>
<p>Von Ulrich Glauber, Frankfurt</p>
<p>Da staunt auch der Fachmann. „Die deutsche Konjunktur ist zur Zeit unkaputtbar&#8221;, griff Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater angesichts überraschender Zahlen zu ungewöhnlichem Vokabular. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden wuchs das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Januar bis März um überraschend kräftige 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Analysten hatten laut Nachrichtenagentur Reuters im Schnitt nur ein Plus von 0,1 Prozent erwartet. Im Vergleich zum ersten Quartal 2011 legte die deutsche Wirtschaftsleistung preisbereinigt sogar um 1,7 Prozent zu. Ohne den Schalttag am 29. Februar 2012 wären es allerdings nur 1,2 Prozent gewesen. Da mochte auch Nachbar Österreich nicht zurückstehen. Dort wuchs das BIP nach einer ersten Schätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) in Wien erstmals seit einem halben Jahr wieder. Von Januar bis März stieg die Wirtschaftsleistung demnach im Vergleich zum letzten Quartal 2011 dank leichter Zuwächse im Außenhandel um 0,2 Prozent an.</p>
<p>Unter Euroländern klafft Schere</p>
<p>Vor allem dank des guten Abschneidens Deutschlands konnte sich die Eurozone gerade noch einmal vor dem schlimmen Ausdruck „Rezession&#8221; retten. Davon spricht man, wenn die Wirtschaftsleistung in mindestens zwei Quartalen nachlässt. Nach vorläufigen Zahlen der Statistikbehörde Eurostat in Brüssel stagnierte die Wirtschaft in Euroland, nachdem sie zwischen Oktober und Dezember 2011 um 0,3 Prozent zurückgegangen war. In Frankreich, der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft nach Deutschland, stagnierte das BIP im ersten Vierteljahr nach einem Zwergenwachstum von 0,1 Prozent im Vorquartal. Die Schere vor allem zwischen Nord und Süd klafft immer weiter auseinander. In Spanien schrumpfte die Wirtschaft wie schon im Vorquartal um 0,3 Prozent. Auch Italien steckt tief in der Rezession. Beim dritten Quartalsrückgang in Folge brach das BIP sogar um 0,8 Prozent ein. In Portugal schrumpfte die Wirtschaft zwischen Januar und März ebenfalls wieder - immerhin nur um 0,1 Prozent.</p>
<p>Exporte sind angestiegen</p>
<p>Der Zuwachs in Deutschland stützt sich auf zwei Faktoren. Die Wiesbadener Statistiker erläuterten, dass „die Exporte - anders als die Importe - zum Jahresbeginn gestiegen&#8221; sind. Außerdem sei im Inland mehr konsumiert worden als im Vorquartal. Das habe die sinkenden Investitionen, die wohl auf geringe Bautätigkeit wegen des frostigen Februars in Deutschland zurückgeführt werden müssen, teilweise kompensiert. Allerdings springt die Ampel für die Weiterfahrt gegenwärtig auch in Deutschland auf Gelb. So ist der Konjunkturindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim im Mai um mehr als die Hälfte eingebrochen. Das ZEW befragt monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger. „Aus Sicht der befragten Finanzmarktexperten haben sich die Unsicherheiten aufgrund der Schuldenkrise im Euroraum in den vergangenen Wochen verstärkt&#8221;, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz bei der Vorlage der neuesten Ergebnisse am gestrigen Dienstag.</p>
<p>Deutschland wird von China profitieren</p>
<p>„Entscheiden für den Konjunkturzyklus ist nicht die Eurozone, sondern die USA und China. Davon wird Deutschland besonders profitieren, da China mittlerweile mit zu den wichtigsten Abnehmermärkten zählt&#8221;, wird die Erklärung der Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud für den Wandel der deutschen Abhängigkeiten zitiert. Die chinesischen Importe stagnierten allerdings im April, was Analysten als erstes Warnsignal für die Konjunktur im „Reich der Mitte&#8221; interpretieren. Angesichts nachlassender Arbeitslosigkeit und satter Lohnabschlüsse ruhen die Hoffnungen der deutschen Unternehmen jetzt zunehmend auf dem Konsum. Die Kehrseite von Gehaltszulage ist allerdings die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale - sprich Inflation. Sie wird geldpolitisch mit einer Erhöhung des Leitzinses bekämpft. Doch da sind der Europäischen Zentralbank (EZB) die Hände gebunden, wenn sie Länder wie Italien und Spanien nicht noch tiefer in die Flaute treiben will.</p>
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		<title>RUSSLAND: Putin ist von Berlusconi besessen</title>
		<link>http://www.cafe-europe.info/alle_texte/russland-putin-ist-von-berlusconi-besessen/29842</link>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 13:21:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Bühnenstück über Putin und Berlusconi sorgt in Moskau für Aufsehen - Behörden greifen durch
Am Moskauer Boulevardring wurde das Stück „BerlusPutin&#8221; gespielt. Als Vorlage diente „Der anormale Doppelkopf&#8221; von Dario Fo. Nach einem Attentat bekommt Putin bei einer Operation ein Stück vom Gehirn seines italienischen Freundes Silvio Berlusconi eingepflanzt. 
Von Axel Eichholz, Moskau
Soweit es ein volles [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bühnenstück über Putin und Berlusconi sorgt in Moskau für Aufsehen - Behörden greifen durch</strong></p>
<p>Am Moskauer Boulevardring wurde das Stück „BerlusPutin&#8221; gespielt. Als Vorlage diente „Der anormale Doppelkopf&#8221; von Dario Fo. Nach einem Attentat bekommt Putin bei einer Operation ein Stück vom Gehirn seines italienischen Freundes Silvio Berlusconi eingepflanzt. <span id="more-9842"></span></p>
<p>Von Axel Eichholz, Moskau</p>
<p>Soweit es ein volles Haus unter freiem Himmel geben kann, hat die Moskauer Kellerbühne theatre.doc es am Montagabend geschafft. 300 bis 500 Zuschauer kamen trotz Kälte und immer wiederkehrenden Regenschauern zum Denkmal des kasachischen Nationaldichters Abai Kunanbajew am Boulevardring. Anfangs wollten sich die Darsteller mit der Idee nicht anfreunden. Sie brauchten einen geschlossenen Zuschauerraum, hieß es. Doch dann meldeten sie sich von allein wieder: Sie hätten es sich genau überlegt und seien zu dem Schluss gekommen, dass doch was draus werden könne. Es wurde ein großer Erfolg. Zwei Darsteller spielten für die Bewohner einer oppositionellen Zeltsiedlung. Am Mittwoch vor einer Woche hatten vorwiegend junge Oppositionelle den Rasen um das Denkmal unter dem Motto „Occupy Abai!&#8221; besetzt.</p>
<p>Putin gibt den Italiener</p>
<p>Das Stück „BerlusPutin&#8221; war im theatre.doc Mitte Februar, kurz vor der Präsidentschaftswahl uraufgeführt worden. Als Vorlage diente „Der anormale Doppelkopf&#8221; des Literaturnobelpreisträgers Dario Fo. Schon bei der Premiere hatte es viel Beifall gegeben. In dem Stück wird Präsident Putin nach einem Attentat operiert und bekommt einen Teil vom Gehirn seines Freundes Silvio Berlusconi eingepflanzt. Der Eingriff gelingt, der Operierte fängt aber an, leicht zu spinnen. Wenn er spricht, schleichen sich bei ihm dauernd italienische Vokabeln ein. Einige Ereignisse vergisst er, andere schätzt er falsch ein, so dass ihm seine Frau Ludmila unter die Arme greifen muss. In der Freiluftversion nutzten die zwei Darsteller den Denkmalssockel als Bühne.</p>
<p>Freunde zu Milliardären gemacht</p>
<p>Als Ludmila ihm über seine Vergangenheit erzählt, antwortet der Bühnen-Putin: „Es ist nicht wahr, mein Freundchen&#8221;. „Ich bin nicht dein Freundchen&#8221;, erwidert sie. Seine Freunde seien die in der Datschen-Kooperative „Der See&#8221;. „See? Schwimme ich denn so gern?&#8221;, fragt Putin verwundert. „Ich würde sagen, du ertränkst mit Vorliebe andere, mit Ausnahme deiner Freunde&#8221;, antwortet Ludmila. Diese habe er binnen weniger Jahre zu Milliardären gemacht. „Ja, Freunden müssen wir immer helfen&#8221;, freut sich der BerlusPutin.<br />
Dario Fo habe zeigen wollen, dass „minus mal minus plus ergibt&#8221;, sagte Regisseur Michail Ugarow zu Beginn der Vorstellung. Nach der gefeierten Moskauer Premiere wollte er das Stück in Putins Heimatstadt St. Petersburg zeigen, doch weigerten sich alle angesprochenen Bühnen, das provokante Schauspiel bei sich aufzunehmen. Deshalb erwies sich der alte Kasache Abai als gute Adresse.</p>
<p>Zeltsiedlung wird aufgelöst</p>
<p>Das Leben der Zeltsiedlung am Boulevard erinnerte auch ohne Dario Fo an absurdes Theater. Schon vorige Woche hatte eine ältere Frau versucht, deren Bewohner wegen angeblicher Ruhestörung anzuzeigen. Als Anwohnerin könne sie nachts nicht schlafen, hieß es. Oppositionelle Aktivisten fanden aber heraus, dass die Frau dort gar nicht wohnte. Vielmehr war sie aktives Mitglied der Regierungspartei Einiges Russland und rabiate Putin-Anhängerin. Am Montag präsentierte die Moskauer Umweltschutzbehörde den Denkmalsbesetzern eine Rechnung über eine Million Rubel (25.000 Euro/30.000 Franken). Sie hätten den Rasen auf dem Boulevard kaputt getrampelt, hieß es. Einige Anwohner klagten vor Gericht wegen Lärms und „Verunreinigung&#8221; des Boulevards. Die ganze Umgebung stinke nach Urin, hieß es, obwohl die Protestierenden Biotoiletten mitgebracht hatten. Gestern wies das Gericht die Behörden an, das Oppositionslager zu räumen. BerlusPutin muss der letzte Tropfen gewesen sein.</p>
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		<title>FRANKREICH: Eine Geste für Merkel</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 13:12:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[alle_texte]]></category>

		<category><![CDATA[politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der neue französische Premierminister Jean-Marc Ayrault gilt als Deutschlandexperte - Vor 15 Jahren zu einer Bewährungsstrafe verurteilt
Der Germanist und Hollande-Vertraute Jean-Marc Ayrault war der Favorit von François Hollande für das Amt des Premierministers. Für das Aufrechterhalten der Achse Paris-Berlin scheint er genau der Richtige zu sein. Dabei hatte Ayrault schon Ärger mit dem Gesetz.
Von Birgit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der neue französische Premierminister Jean-Marc Ayrault gilt als Deutschlandexperte - Vor 15 Jahren zu einer Bewährungsstrafe verurteilt</strong></p>
<p>Der Germanist und Hollande-Vertraute Jean-Marc Ayrault war der Favorit von François Hollande für das Amt des Premierministers. Für das Aufrechterhalten der Achse Paris-Berlin scheint er genau der Richtige zu sein. Dabei hatte Ayrault schon Ärger mit dem Gesetz.<span id="more-9841"></span></p>
<p>Von Birgit Holzer, Paris</p>
<p>Jean-Marc Ayrault hält sich bereit. Bescheiden und diskret, so wie es seine Art ist. Im Vorfeld der Wahl hat sich der 62-jährige stets geweigert, die Spekulationen zu kommentieren, er werde wohl Frankreichs neuer Premierminister. Zugleich blieb er geschickt in der Nähe von François Hollande, dem neu gewählten Präsidenten. Und dieser bestätigte noch vor seinem Abflug gestern nach Berlin, dass Ayrault sein Kandidat sei. Das war auch ein starkes Signal an Deutschland: Der ehemalige Deutschlehrer, der ein Jahr seiner Studienzeit in Würzburg verbracht hat, spricht ein akzentfreies Deutsch und gilt als feiner Kenner des Nachbarn rechts des Rheins.</p>
<p>Hollande fand seinen Wunschkandidaten</p>
<p>Als Hinweis wurde schon früh Hollandes Erklärung gewertet, er wolle einen Premierminister, der die sozialistische Partei genau kenne und mit dem er gut auskomme. Ersteres trifft auf Ayrault wie auch auf Parteichefin Martine Aubry zu, die als weitere heiße Anwärterin galt. Ayrault, seit 1989 Bürgermeister der Loire-Stadt Nantes und seit 1997 Chef der Sozialisten-Fraktion in der Nationalversammlung, ist ein treuer Weggefährte Hollandes, der ihn auch zu einem Zeitpunkt unterstützte, als noch kaum einer an ihn glaubte. Hinzu kommt Ayraults Position in der Mitte der Partei als Pragmatiker. „Er verkörpert die westliche Linke, eine Sozialdemokratie mit katholischem Grund&#8221;, sagt sein langjähriger Stellvertreter im Rathaus von Nantes, der Grünenpolitiker François de Rugy. Manchen erscheinen die Charaktere der Parteifreunde sogar zu ähnlich: Ayrault mit seiner wenig telegenen Ausstrahlung eines soliden Technokraten teilt mit Hollande ein geringes Maß an Charisma. Der scheidende Präsident Nicolas Sarkozy, der sich als „bester Personalchef Frankreichs&#8221; rühmte, hatte mit seinem Premierminister François Fillon bewusst einen Politiker gewählt, der mit seiner bedächtigen Art als idealer Ausgleich zum hyperaktiven Staatschef wirkte. Ayrault ist ein Politikertyp à la Fillon - aber Hollande eben auch. Außerdem wird nicht nur Hollande mangelnde Regierungserfahrung vorgeworfen, sondern auch Ayrault, der anders als Aubry nie Minister war.</p>
<p>Ayrault wegen Begünstigung verurteilt</p>
<p>Nachhängen könnte ihm jedoch eine Affäre. 1997 wurde Ayrault wegen Begünstigung zu einer Geldstrafe und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Es ging dabei um die Auftragsvergabe ohne Ausschreibung an ein Unternehmen für den Druck der Stadtzeitung, dessen Besitzer zugleich Geldgeber der Sozialisten in der Region war. Ayrault hat die Verantwortung übernommen, betont aber, seine persönliche Integrität sei dadurch nicht in Frage gestellt: „Ein ehrlicher Mann bin ich, ein ehrlicher Mann bleibe ich.&#8221; Die Bewohner von Nantes hätten ihn seither zweimal mit überwältigender Mehrheit wieder gewählt. Ayrault hat die Stadt einer Modernisierungskur unterzogen, die sie zu einer Regionalmetropole mit lebendigem kulturellem Leben gemacht hat.</p>
<p>Premierminister ist Deutschlandexperte</p>
<p>Bei seiner neuen Aufgabe werden ihm seine Deutschlandkenntnisse nützlich sein. Dass Hollande noch am Abend seiner Vereidigung nach Berlin fliegt, wird in Paris aufmerksam registriert. Im Wahlkampf hatte er Angela Merkel gewarnt, nicht Deutschland allein entscheide über den Weg Europas. Er forderte eine Erweiterung des Fiskalpaktes um Wachstumsfördernde Maßnahmen, während die Kanzlerin seinen Rivalen Sarkozy unterstützte und Hollande nicht empfing. Längst hat aber ein reger Austausch zwischen beiden Lagern eingesetzt. Es wird erwartet, dass sich das neue Paar beim ersten persönlichen Treffen zusammenraufen wird, schon allein um ein starkes Signal an die Finanzmärkte zu senden. Hollande wolle die Kanzlerin nicht brüskieren, heißt es aus dessen Umfeld. „Sie werden den Kompromiss suchen&#8221;, sagt der sozialistische Abgeordnete Henri Emmanuelli. Er sei überzeugt, dass sich beide „sehr gut verstehen dürften&#8221;, erklärt Joachim Bitterlich, der in Paris lebende ehemaliger Berater von Helmut Kohl, der Medienberichten zufolge ein Dossier über Merkels Europapolitik für Hollande verfasst hat. Gelegenheit zum Kennenlernen haben sie in den kommenden Tagen ausgiebig, treffen sie sich doch beim G8-Gipfel in Camp David, dem Nato-Gipfel in Chicago und beim EU-Sondergipfel nächsten Mittwoch in Brüssel.</p>
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